Inspiration

Heute Abend findet virtuell, versteht sich eine gemeinsame Israelisch-Palästinensische Gedenkveranstaltung zur Erinnerung an die Opfer beider Seiten statt. Sie wird zum 15. Mal von den Combatants for Peace und dem Parents Circle – Families Forum organisiert. Die Combatants for Peace Kämpfer*innen für den Frieden sind ehemalige israelische Soldat*innen und ehemalige palästinensische Kämpfer*innen, die der Gewalt abgeschworen haben und für ein Miteinander einstehen; der Parents Circle sind palästinensische und israelische Eltern und Familienmitglieder, die ihre Liebsten durch Gewalt der jeweils anderen Seite verloren haben.

Heute Abend gedenken sie gemeinsam, und wir alle können dabei sein.

Was 2005 als kleine Zeremonie von 50 Menschen begann, ist jetzt die zweitgrößte Gedenkveranstaltung in Israel. 10.000 Menschen nahmen im letzten Jahr an der Veranstaltung in Tel Aviv teil, über 50.000 waren via Live-Stream dabei.

Wegen der Corona-Quarantäne wird die Zeremonie vor Ort ohne physisch anwesendes Publikum stattfinden, dafür aber live übertragen. Die amerikanischen Friends of Combatants for Peace haben dazu diesen Link bereitgestellt. Die Teilnahme ist kostenlos und Du bist herzlich eingeladen!

UN-Nahost-Beauftragter Mladenov sagt zu der Veranstaltung: “Ihr seid eine Quelle der Inspiration für uns alle”. Hier dazu der Haaretz-Artikel.

Wenn Du nicht nur Geist und Seele, sondern auch Gaumen und Körper inspirieren möchtest: Hier ist mein neuestes Koch-Video: Spinat mit Käse in Blätterteig, bei uns Dusayuno genannt. Willkommen in meiner Küche! Ich freue mich über Kommentare.

Hmmm…

… was soll ich sagen? Ich dachte, ich hätte gar nichts zu sagen, ich poste nur meine Rezepte, meine Kochvideos und mache einfach nur, was mir Spaß macht: Belanglose Lebensnotwendigkeiten. Also Quatsch mit Soße. Aber mit leckerer Soße. Schmecken muss es, das ist das Wichtigste. Also das machen wir auf jeden Fall: Ich koche und lade Dich herzlich dazu ein, mir in meiner Küche dabei Gesellschaft zu leisten! Virtuell, aber live und in Echtzeit, durchs World Wide Web verbunden, aber doch kontaktlos (was wohl das Unwort des Jahres 2020 werden wird?). Es wird lecker, versprochen, und manchmal auch lustig! Mmmhhh…

Mein neuestes Koch-Video ist schon online, ein indisches Linsengericht – Dhal mit Reis, Ghee und Pfefferminz-Chutney. Bitte sehr, dauert nur siebeneinhalb Minuten zum Gucken und etwa 40 Minuten zum Nachmachen:

Wenn’s Dir gefällt, klicke bitte auf das Herz oder lass einen Kommentar da und verschicke den Link an Freunde.

Am morgigen Samstag, den 18. April um 18 Uhr können wir wieder gemeinsam kochen — Du in Deiner und ich in meiner Küche, aber trotzdem zusammen in Echt-Zeit. Diesmal gibt es Lauch-Küchlein in Zitronensauce mit Rosinen-Reis und Karotten-Oliven-Salat. Hier findest Du die Zutatenliste, hier ist der Link zum Live-Stream auf meinem YouTube-Kanal.

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Nun finde ich aber doch noch einiges andere erwähnenswert, zum Beispiel dies: Durch die Münchner Musikerin/ Radiomoderatorin/ Filmerin Michaila Kühnemann (lies ihren Newsletter — auch so eine, die durch die Krise endlich Zeit hat, all ihre kreativen Ideen zu verwirklichen) bin ich auf diese Initiative gestoßen, die ich richtig gut finde und die Unterstützung verdient:

Mit helfer-in-der-krise.de können wir Menschen in unserer Nähe unter die Arme greifen — das gefällt mir, so lokal zu agieren. Gleichzeitig gibt es aber auch andere Menschen, die schon unter ‘normalen’ Bedingungen komplett unterprivilegiert sind und vergessen werden, zum Beispiel Kinder in griechischen Flüchtlingslagern (Deutschland kann nicht 50 — F-Ü-N-F-Z-I-G!!! — Kinder aufnehmen, dafür aber zehntausende Spargel-Ernte-Helfer!!! Mannomann!! Die Würde des Spargel ist unantastbar… ). Oder Menschen unter Besatzung. Corona-Krise bedeutet für Menschen in Palästina eine wesentlich härtere Realität als wir sie hier erleben. Sie sind deutlich mehr Siedlergewalt ausgesetzt, ihre Vertreibung und die Annexion der Besetzten Palästinensischen Gebiete wird im Schatten der Krise hemmungslos vorangetrieben (hier zwei Artikel dazu in der Jungen Welt). Ganz zu schweigen von den Menschen in Gaza; dort ist die medizinische Versorgung schon unter ‘normalen’ Bedingungen eine Katastrophe. Daher hier ein Video mit Spendenaufruf eines Arztes direkt aus Gaza.

Und weil wir schon beim Thema sind: Im aktuellen BIP-Blog wird plausibel erklärt, wie das israelische ‘Ministerium für Strategische Angelegenheiten’ darum bemüht ist, Menschen zum Schweigen zu bringen, wenn sie sich gegen Israels Besatzungspolitik aussprechen — auch in Deutschland. Ich sage dazu heute mal… richtig! Nichts.

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So, jetzt hab ich aber genug gesagt. Ich wollte ja eigentlich nichts sagen, schon gar nichts, was die Laune verdirbt. Auch wenn ich mir jetzt widerspreche: Lies nicht alles, was Dir zugeschickt wird. Reduziere Deinen Medienkonsum. Ein gutes Buch, Musik, die Du liebst, Bewegung an der frischen Luft, tiefe Gespräche und Kontakte (mit und ohne Berührung) und alles, was uns und andere gerade stärkt, wach, fit und fröhlich macht, scheint mir momentan wichtiger als alles andere. High Spirits!

Herzlichst,

Apropos: Im Widerspruch liegt bekanntlich die wirkliche Wahrheit 😉

  1. Im Prinzip dürfen Sie das Haus nicht verlassen, aber wenn Sie es müssen, dann können Sie.
  2. Masken sind nutzlos, aber vielleicht müssen Sie eine tragen; sie kann Sie retten, vielleicht ist sie nutzlos, vielleicht aber auch obligatorisch.
  3. Die Läden sind geschlossen, mit Ausnahme derjenigen, die geöffnet sind.
  4. Sie sollten nicht in Krankenhäuser gehen, es sei denn, Sie müssen dorthin gehen.
  5. Dieses Virus ist tödlich, aber nicht für die Mehrheit, da ist es mild.
  6. Auf Kinder hat es eher keine Auswirkungen, außer auf diejenigen, auf die es sich ­­­­auswirkt.
  7. Handschuhe werden nicht helfen, aber sie können trotzdem helfen.
  8. Jeder muss ZUHAUSE bleiben, aber es ist wichtig, RAUSZUGEHEN.
  9. Es gibt keinen Mangel, aber es gibt viele Dinge, die fehlen.
  10. Tiere sind nicht betroffen, aber es gibt immer noch eine Katze, die im Februar in Belgien positiv getestet wurde, als noch niemand getestet wurde, plus ein paar Tiger im Zoo in New York.
  11. Sie werden viele Symptome haben, wenn Sie krank sind, aber Sie können auch ohne Symptome krank werden…
  12. Man darf nicht mehr in Altersheime gehen, aber man muss sich um die Alten kümmern …
  13. Wenn Sie krank sind, können Sie nicht raus gehen, außer zur Apotheke.
  14. Sie können sich Restaurant-Essen ins Haus liefern lassen, das möglicherweise von Personen zubereitet wurde, die keine Masken oder Handschuhe trugen.
  15. Sie können mit einem Freund herumlaufen, aber nicht mit Ihrer Familie, wenn diese nicht unter demselben Dach lebt.
  16. Das Virus bleibt auf verschiedenen Oberflächen zwei Stunden lang aktiv, nein, vier, nein, sechs, nein, wir haben nicht Stunden gesagt, vielleicht Tage? Aber es braucht eine feuchte Umgebung. Oh nein, eigentlich nicht unbedingt.
  17. Das Virus bleibt in der Luft – nun nein, oder ja, vielleicht, vor allem in einem geschlossenen Raum, in einer Stunde kann eine kranke Person zehn anstecken, wenn es also dumm fällt, sind alle unsere Kinder bereits in der Schule infiziert worden, bevor sie geschlossen wurde.
  18. Die Corona-Toten sind an dem Virus oder mit dem Virus gestorben.
  19. Der Test weist das Virus nach, nein es weist Moleküle in Zusammenhang mit dem Virus nach und schlägt mal falsch positiv und auch mal falsch negativ aus.
  20. Wir haben keine Behandlung, außer dass es vielleicht eine gibt, die anscheinend nicht gefährlich ist, es sei denn, man nimmt zu viel davon ein.
  21. Wir sollten so lange eingesperrt bleiben, bis das Virus verschwindet, aber es wird nur verschwinden, wenn wir eine kollektive Immunität erreichen, also wenn es alle mal hatten… dafür müssten wir raus, aber jetzt noch nicht.
  22. Wir müssen die Kurve flach halten, und damit die Krankenhäuser weiter so leer bleiben, muss sie ein halbes Jahr, nein ein Jahr, ach was, bis zu 2 Jahre flach gehalten bleiben…
  23. Die Wirtschaft verkraftet das… nicht… oder doch… wir retten die Kleinen, nein die Großen, wir sammeln Corona-Soli, nein Corona-Bonds, von den reichen Armen und geben es den armen Reichen.

Seelen- und andere Nahrung

Wir lesen und sehen derzeit enorm viele Informationen, von denen die meisten hervorragend geeignet sind, uns zu verunsichern, zu verwirren und vor allem: uns zu ängstigen. Angst ist jedoch aus meiner Sicht der schlechteste Ratgeber, wenn es darum geht, heil aus einer Krise herauszukommen. Und dass wir in einer Krise stecken, einer globalen Krise von noch nie da gewesenem Ausmaß, daran ist nicht mehr zu zweifeln. Einige hat die Virusinfektion direkt in eine persönliche Gesundheitskrise geworfen – sei es durch eigene Infektion oder durch die eines Angehörigen; viele sind in eine ökonomische, soziale, psychische und damit Angstkrise geraten; und wir alle erleben die größte Demokratie-Krise, die es nach 1945 zumindest in der sogenannten Westlichen Welt gegeben hat. Wird die Welt je wieder so sein, wie wir sie kannten? Auch die Meldungen, die wir hierzu lesen, hören und sehen, sind selten ermutigend.

Dennoch müssen wir uns mit alledem auseinandersetzen, sowohl kritisch als auch emphatisch. Kritisch, weil ein wacher, aufgeklärter Geist in alle Richtungen aufmerksam sein muss, sämtliche Nachrichten hinterfragen und grundsätzlich nach dem “cui bono? wem nützt das?” forschen sollte; emphatisch, weil viele, viele Menschen seit einigen Wochen eine extrem schwere Zeit durchmachen. Zum einen sind da die am C-Virus Erkrankten; aber ich meine auch all diejenigen, die in diesen Tagen vollkommen aus dem Rampenlicht der Medien verdrängt wurden oder überhaupt nur selten darin vorkamen: Hungernde, Verfolgte, Eingesperrte, Ausgebeutete, Geflüchtete und Flüchtende, unter Armut leidende – vor allem Alte und Kranke; Obdachlose, Menschen mit Behinderungen, Diffamierte, Ausgeschlossene. Sie alle verdienen zumindest unsere Empathie, aber eigentlich mehr, auf jeden Fall unsere Solidarität. Vielleicht ist diese Krise eine Chance, über nationale Grenzen hinweg zu denken und zu planen und ihnen einen neuen Platz in unserer globalen Menschheitsfamilie einzuräumen – einen Platz, der übers Einschließen ins Nachtgebet, über Almosen und Mitgefühl hinausgeht. Es ist die Stunde der eigenen Verantwortung und der Frage, welchen Weg wir als Individuen, aber auch als Nationen auf diesem Planeten wählen wollen und werden. Einen hervorragenden Aufsatz hierzu hat Yuval Noah Harari in der Financial Times vor wenigen Tagen publiziert.

Angeblich bedarf es mindestens vier guter Nachrichten, um eine negative emotional zu verkraften. Egal, ob die Zahl stimmt – auf jeden Fall entfalten negative Informationen eine enorme Kraft, das spüren wir derzeit alle. Darum will ich dem etwas entgegensetzen und hoffe, Dir mit den folgenden Links eine Stärkung mitzugeben. Wenn Du mich virtuell in meiner Küche besuchen kommst, wirst Du bestimmt Spaß haben (Freude stärkt das Immunsystem!) und bei Nachahmung auch noch was Leckeres zu Dir nehmen. Auch die anderen Links tragen hoffentlich zur Ermutigung bei.

Hier geht es zu meinen beiden Koch-Videos:
Marokkanischer Orangensalat & Fermentiertes Gemüse
und Pasta Putanesca à la Nirit

Das angekündigte Live-Kochen findet am kommenden

Samstag, den 4. April 2020 um 18 Uhr

statt und dauert etwa eine Stunde. Über diesen Link sollte der Live-Stream funktionieren. Wenn Du nicht nur zuschauen, sondern gleich mitkochen willst, dann findest Du hier die Zutatenliste, die Du vorbereiten solltest, wenn Du eine Marokkanische Kürbispfanne mit Reis und grünen Salat mit mir zusammen zubereiten möchtest.

Das nächste Rezept mit einem feinen Endiviensalat und Spinat in Blätterteig – das Lieblingsessen meiner Töchter – ist schon gedreht, wird gerade geschnitten und geht bald online.
Wenn Dir Kochen-mit-Nirit gefällt, dann bitte abonniere meinen Kanal auf Vimeo oder auf YouTube und teile, teile, teile!

Hier noch ein paar Kulturtips – was gerade eben möglich ist:
* Beim Zuhause-Festival streamen Künstler*innen live von Zuhause für Zuhause, für Dich! DANKE an Thomas Vogler und die anderen die Initiatoren!
* Unter dem Motto ‘Kunst hilft Kunst’ gibt es ab sofort zweimal die Woche eine Stream-in-Benefizveranstaltung aus Vorarlberg
* Das Gorki-Theater streamt jeden Mittwoch für 24 Stunden aus Berlin
* Desgleichen tun die Münchner Kammerspiele jeden Abend, auch jeweils für 24 Stunden
* Die DVD des Kinofilms FRAU STERN mit meiner Mutter in der Titelrolle ist jetzt raus und kann online bestellt werden

Zwei Nachrichten aus Palästina muss ich nun doch noch loswerden: Ein Artikel über den Abriss und die Konfiszierung von Baumaterial für eine Corona-Klinik im besetzten Westjordanland auf palestinechronicle.com. Und die Geschichte von Rani Burnat aus Bil’in im Besetzten Palästinensischen Westjordanland, die einigermaßen gut ausgegangen ist.

Bis bald, virtuell in meiner Küche!