Im Gespräch. Bleiben

„Im Gespräch“ heißt eine traditionsreiche Sendung im Deutschlandfunk Kultur, zu der ich am kommenden Freitag, den 4. April bei der Nacht der Bibliotheken in die Unibibliothek Chemnitz eingeladen wurde. Dort werde ich eine Stunde lang mit der Moderatorin Katrin Heise über alle möglichen Themen sprechen, die uns derzeit bewegen. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr (Einlass 17.30 h) und wird live mit Publikum aufgezeichnet, eine Anmeldung ist allerdings erforderlich. Alle Infos und ein Anmeldelink dazu auf der Seite des DLF:

oder auf der Seite der TU Chemnitz.


Was mich bewegt sind die immer brutaler werdenden Kriege, das vermeidbare Blutvergießen, das Töten von Zivilisten in allen Kriegen dieser Welt, das Aushungern der Menschen in Gaza, der Bruch völkerrechtlicher Normen und Vereinbarungen, der Verlust der Menschlichkeit und Empathie. Dies alles geht einher mit einem Totalitarismus, der nicht erst bei Trump beginnt und bei Netanjahu nicht aufhört — auch wenn wir scheinbar noch in Demokratien leben (ich frage mich, wie lange noch). Unsere Gesellschaft wird immer extremer, Menschen finden kaum mehr zueinander; eine immer größer werdende Zahl von Menschen nicht nur in Deutschland, schreibt Michael Andrick in seinem neuesten Buch „Ich bin nicht dabei“, meide offenen Meinungsstreit. Man fürchtet sogar persönliche Konsequenzen, sollte man selbst eine Ansicht äußern, die anderen unliebsam ist. Ich weiß, wovon er spricht.

Heute Morgen las ich von dem Studenten Mahmoud Khalil, der vor einigen Tagen in den USA verhaftet wurde wegen seiner propalästinensischen Proteste und dem es aus dem Gefängnis heraus gelang, einen Brief an seine schwangere Frau zu diktieren. Neben der Beschreibung seiner menschenunwürdigen Haftbedingungen sagte er unter anderem einen Satz, der mir hängenblieb:

Ich war immer der Meinung, dass es nicht nur meine Pflicht ist, mich selbst vom Unterdrücker zu befreien, sondern auch meine Unterdrücker von ihrem Hass und ihrer Angst zu befreien…

Beeindruckend. Ich wünschte, das würde mir auch gelingen.


Ein aktuelles Interview mit Avi Shlaim, emeritierter Professor für internationale Beziehungen an der Universität Oxford. In Baghdad geboren, mit fünf Jahren nach Israel gekommen und als Erwachsener nach England emigriert, sagt er: „Wir erleben den letzten Atemzug der israelischen Gewalt“ (deutsche Übersetzung HIER)

Hier ein Interview mit ihm vom Herbst 2024:


Die Entwürfe zum schwarz-roten Koalitionsvertrag bleiben „sehr weit hinter einem Schutz der völkerrechtlichen Ordnung“ zurück, schreibt Tobias Schulze in der taz.


Für alle, die am Montag, den 7. April in München und Umgebung sind:
Ein Konzert für Gaza, unter anderem mit Deborah Feldman, Michael Barenboim, Alena Jabarin und vielen anderen.

Auf ein baldiges Wiedersehen — und immer schön im Gespräch bleiben!

Herzlichst,

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