Liebe Brieffreundin, lieber Brieffreund,
nein, es wird keinen dritten Weltkrieg geben. Nein, nein nein neeeiiin NEEEEIIIIIIN!!!!!
Wir werden Wege finden, den Krieg, den Israel und die USA vor einer Woche gegen den Iran ausgelöst haben, als den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg zu benennen und anzuerkennen, der er ist. So wie wir alle anderen Wahnsinns-Taten der mächtigsten Männer der Welt benennen und anklagen werden, seien es die Taten des russischen Despoten oder des gefährlichen gelbhaarigen US-amerikanischen Horror-Clowns und seiner Epstein-Buddys oder anderer Kriegstreiber (fast immer Männer, manche bekommen Friedensnobelpreise; ganz selten sind auch Frauen dabei). Wir werden die Untaten des israelischen rechtsradikalen Oberbefehlshabers, mit denen er nicht nur Palästinenser in Massen ermorden lässt und sie mit dem existentiellen Aus bedroht, sondern sein eigenes israelisches Volk und das Judentum weltweit wissentlich und absichtlich beschädigt und in Gefahr und Verruf bringt, anklagen, anzeigen und Gerechtigkeit fordern. Und irgendwann, ja irgendwann einmal werden all jene abgestraft werden, die zahlenmäßig total unterlegen sind, aber alles Geld und alle Macht kulminieren; die mit Druck und Angstmache und vielen Waffen drohen, den atomaren, den geächteten und den geistigen. Und all jene, die an ihrem Tropf zu hängen glauben und die Angst bekommen und die bedroht sind von Hunger und Krieg und dem Verlust ihrer liebgewonnen Position werden sich erheben und schreien: Nicht mit uns! Und sie werden zu den Waffen greifen, die gegen sie gerichtet sind, aber sie werden die Waffen zerbrechen lassen unter der Last ihrer Menschenliebe und ihrer Solidarität, sie werden Blumen aus ihnen sprießen lassen und Gedichte singen und sie werden Mutter Erde zeigen, wie dankbar sie sind und selbst Untertanen der Gerechtigkeit werden und dem Guten und Schönen dienen.
Man wird ja wohl noch träumen dürfen.
Und Kunst und Kultur dafür bemühen. Jetzt umso mehr, da nun auch in meiner neuen Wahl-Stadt Chemnitz die Rufmordkampagne gegen mich derart Fahrt aufgenommen hat, dass sich die Balken biegen. Anlass diesmal: meine Reihe „Tacheles-Gespräche auf dem Goldenen Sofa“ mit Eva Menasse, Prof. em. Dr. Fanny-Michaela Reisin, Deborah Feldman, Prof. Dr. Susan Neiman, Dr. Shir Hever, Emily Dische-Becker, Yona-Dvir Shalem, Dr. Herbert Lappe. Neun jüdische Menschen mit mir im Gespräch auf einem Sofa in meinem Café, das den Namen meines von Nazis ermordeten Großvaters trägt.
Ja.
Konkretes dazu in meinem nächsten Brief. Hier erst einmal ein paar Termine:
Freitag, 13. März 26, 15.00 und 16.00 Uhr
Sommerfeld. Litten. X.
Ein Hör.- und Escape.Spiel für alle Menschen ab 13
Das Spiel begleitet Dich im Museum für Archäologie smac in Chemnitz in mehreren Stationen durch die Geschichten von Julius Sommerfeld und Heinz Litten in Chemnitz von den 1930er Jahren bis heute. Finde heraus, wie und wo es endet!
Eintritt frei — komm einfach vorbei!
Und wenn Du Lust hast, das Spiel zu betreuen, dann komm am Donnerstag, den 19. März um 17 Uhr is Julius. Mehr Infos HIER.


Samstag, 14. März 26, 19.30 Uhr
Beduinenmilch
Am Samstagabend bin ich eingeladen, aus meinem Roman BEDUINENMILCH zu lesen. Anschließend Gespräch.
Pfadfinderhaus Höfgen (weil uns die Kirche daneben kurzfristig ausgeladen hat)
Dorfstraße 11
04668 Grimma / OT Höfgen
Eintritt frei(willig)
Sonntag, 15. März 26, 11 Uhr
Shrine of Hope — Finissage
Anlässlich des 86. Todestages meines Großvaters Julius Sommerfeld veranstalten wir eine Matinee mit Musik und Lesung der Texte zum Thema ‚Würde‘, die in der Installation ‚Shrine of Hope‘ von Katharina Gun Oehlert eine große Rolle spielen. Die Künstlerin ist anwesend.
Musik: Knut Wolf (Gitarre) und Oliver Clauß (Querflöte)
Eintritt frei — Anmeldung erbeten


Donnerstag, 26. März 26
19 Uhr
Auftakt der Tacheles-Gespräche auf dem Goldenen Sofa
Eva Menasse spricht Tacheles
über die Instrumentalisierung der Vergangenheit, die Aberkennung jüdischer Diversität in Deutschland und über das Desinteresse an den wirklichen Befindlichkeiten von Juden und Israelis
Café Julius im Schocken
Eintritt: 10 € — nur mit Anmeldung
Foto: Wolf-Dirk Skiba
Neue Termine für Lesungen, Gespräche, Konzerte und mehr auf der Veranstaltungsseite des Café Julius oder unter nirit.de
Ich freue mich auf Eure Rückmeldungen, Kommentare und unser Wiedersehen.
Herzlichst,

Links zur aktuellen Situation:
Die größte israelische Menschenrechtsorganisation B’tselem über Frauen in Gaza, über israelische Gefängnisse (Achtung: grausam!), und ganz besonders empfehle ich das Video „Our Genocide“. Wer verstehen will, was vor Ort von Israelis und Palästinensern gedacht wird und warum wir uns auch in Deutschland so sehr für diese Sache einsetzen, schaue sich die 7 Minuten ganz an.
Bitte folge mir auf Instagram! Dort poste ich täglich „Stories“, also Beiträge anderer Journalisten oder Personen, die direkt aus Israel, Gaza, der Westbank, aus ihren Studios und Häusern, von Veranstaltungen oder den Straßen berichten. Wie etwa diese „Story“, ein Video vom The Guardian, in dem die Autorin Mariam Barghouti in Ramallah über die Palästinensische Autonomiebehörde spricht.